Tipp #5: Wer fotografiert eure Hochzeit?

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Nachdem die letzten Wedding-Tipps am #weddingwednesday ja eher sehr allgemein gehalten waren, gibt es heute mal einen Foto-Tipp. Ja, wenn man selber Hochzeitsfotograf ist, dann sollte das nicht weiter verwunderlich sein, dass da mal der ein oder andere Foto-Tipp dabei sein wird. Aber der Fotograf erfüllt ja eine sehr wichtige Aufgabe am Hochzeitstag.

Bei der Dienstleistersuche in der Hochzeitsplanung taucht früher oder später die Frage nach dem Fotografen auf. Schließlich ist es ein besonderer Tag. Man möchte das in Bildern festhalten. Aber muss es wirklich ein professioneller Fotograf sein?

Als Hochzeitsfotografin überrascht euch meine Antwort bestimmt nicht: Unbedingt ein professioneller Fotograf – JA!!

Ich verstehe aber auch, wie man darauf kommen könnte, dass ein professioneller Fotograf nicht notwendig ist. Schließlich hat in Zeiten der digitalen Fotografie jeder eine Kamera oder ein fototaugliches Smartphone dabei. Da würde man doch meinen, dass genug Bilder von der Feier entstehen.

Außerdem kennt ihr bestimmt jemanden der eine große und teuer aussehende Kamera besitzt. Vielleicht eure Tante Ida (alternativ auch Eltern, Onkel, Oma, Opa, Freunde, Bekannte..). Da könnte man doch Tante Ida mal fragen, ob sie nicht die Hochzeit fotografieren würde. Sie ist ja eh vor Ort und ihre Landschaftsbilder sehen ja auch immer ganz hübsch aus. Vielleicht sagt Tante Ida ja – und ihr freut euch, dass ihr euch das Geld für den teuren Fotografen  gespart habt.

Soweit so gut. Aber jetzt kommen die Punkte, warum ihr das nicht machen solltet:

  1. Equipment. Tante Idas Kamera sieht bestimmt groß und teuer aus. Aber ist es auch wirklich eine hochwertige Kamera – am besten eine Vollformatkamera, die euch hinterher die besten Ergebnisse liefert? Hat Ida lichtstarke Objektive dazu, die auch in dunklen Kirchen ohne Blitz ordentliche Bilder ermöglichen? Hat sie denn auch eine Ersatzkamera dabei, falls die erste runterfällt oder ausfällt oder der Akku plötzlich keine Lust mehr hat? Denn all das hat ein professioneller Fotograf für euch dabei! Natürlich macht allein die bessere Ausrüstung noch keine besseren Fotos, aber es ist die Grundlage dafür.
  2. Gast oder Fotograf – beides zusammen geht nicht. Tante Ida ist ja bestimmt eigentlich als Gast eingeplant gewesen, oder? Als Gast soll man die Zeremonie genießen, mit den anderen Gästen quatschen und feiern und über das Kuchenbuffet herfallen können. Wenn man aber die Verantwortung für die Hochzeitsfotos hat, dann geht das nicht. In der Kirche muss Tante Ida versuchen, trotz dem schwierigen Licht, tolle Blickwinkel hinbekommen und sich möglichst unauffällig bewegen. Wenn alle Gäste gratulieren und Sekt trinken muss sie noch schnell die Deko fotografieren. Wenn alle anderen Gäste euren ersten Tanz bewundern, muss Ida alles durch den Sucher der Kamera beobachten und festhalten. Abends bei der Feier muss die Kamera immer griffbereit sein, nicht dass man einen schönen Moment oder eine Rede verpasst. Das Fotografieren macht Tante Ida bestimmt Spaß – aber von der Hochzeit und der Feier wird sie nichts mitbekommen. Außerdem wird sie selber natürlich nie auf den Fotos zu sehen sein. Wäre es nicht schöner, wenn sie entspannt mit euch feiern könnte?
  3. Momente festhalten. Ja die wichtigen Momente – um die geht es doch am Hochzeitstag. Schafft Tante Ida es wirklich immer zur rechten Zeit, am rechten Ort mit den richtigen Kameraeinstellungen zu sein? Schafft sie es alle wichtigen Momente zu erwischen und die Emotionen festzuhalten? Für diese Momente gibt es keine 2. Chance. Ihr werdet nur einmal Ringe tauschen und ihr werdet nur einmal vor Rührung ein Tränchen verdrücken und ihr werdet nur einmal die Torte anschneiden. Ist der Moment nicht festgehalten, wird es keine Wiederholung geben. Möchtet ihr Tante Ida wirklich diese Verantwortung übertragen?
  4. Erfahrung. Erfahrung ist ganz wichtig. Es gibt wie bei Punkt 3 schon beschrieben viele Momente, die man nicht verpassen darf. Das ist mit mehr Erfahrung einfacher. Erfahrung hilft mit verschiedenen Situationen umzugehen. Egal ob es schwierige Lichtverhältnisse im Standesamt oder in der Kirche sind, oder auch das Wetter. Für pralle Mittagssonne oder auch für Regen, wird der professionelle Fotograf Lösungen parat haben. Würde Tante Ida euch auch im Schatten positionieren um harte Schatten im Gesicht zu vermeiden und ihr hinterher nicht wie Pandabären ausseht? Erfahrung ist gerade auch beim Paarshoot wichtig. Die meisten Brautpaare haben wenig bis keine Erfahrung im Posen vor der Kamera. Ein guter Fotograf schafft es euch locker zu machen, euch wohlzufühlen und er findet Posen, die schön und ungestellt aussehen. Kann Tante Ida euch diese Anweisungen und Hilfen auch geben?
  5. Nachbearbeitung. Im Laufe des Hochzeitstages entstehen unzählige Bilder. Aber ihr wollt nicht 5000 unsortierte Bilder von eurer Hochzeit. Das macht euch hinterher viel Arbeit. Euer professioneller Fotograf sortiert die Bilder und entsorgt die ungelungenen und doppelten Aufnahmen. Außerdem macht einen Fotografen ja sein Stil aus. Diesen Stil-Feinschliff bekommen die Bilder in der Nachbearbeitung. Die Bilder werden in Helligkeit, Kontrast und Farbe angepasst. Für diese Optimierung der Bilder hat der Fotograf die richtigen Computerprogramme und auch die nötige Erfahrung.

Vielleicht kann Tante Ida das auch alles. Dann umso besser für euch!

Aber wenn nicht, dann solltet ihr die Entscheidung wirklich nochmal überdenken und euch vielleicht doch für einen professionellen Hochzeitsfotografen entscheiden.

Wie ihr aus der Fülle der Fotografen den richtigen für euch findet – darum soll es in den nächsten Wedding-Tipps am #weddingwednesday gehen.

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8 Gedanken zu „Tipp #5: Wer fotografiert eure Hochzeit?

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